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Analysen

Analysen

Um zu verstehen, wie Kino für den kleinen Bildschirm funktioniert, lohnt es sich, es in seine Teile zu zerlegen. In dieser Rubrik sehen wir uns an, aus welchen Entscheidungen der Anfang eines Kurzfilms besteht und worin sich die Arbeit mit dem Quer- und dem Hochformat unterscheidet. Die Analysen beschreiben allgemeine Prinzipien und beziehen sich nicht auf bestimmte Werke: Sie können sie auf jeden Film anwenden, den Sie sehen.

Ein Kurzfilm hat keine Zeit zum Anlaufnehmen: Alles, was er dem Publikum verspricht, klingt schon in den ersten Bildern an.

— Aus der Redaktion

Analyse eines Kurzfilms: wie die ersten Sekunden aufgebaut sind

  1. Das erste Bild

    Es gibt den Ton des ganzen Films vor: Ort, Tageszeit, Stimmung. Auf dem kleinen Bildschirm gewinnt ein einfaches, klares Bild, das sich sofort erschließt.

    Ein Gesicht in Großaufnahme oder ein einziges ausdrucksstarkes Detail wirkt besser als eine Totale mit vielen kleinen Objekten.

  2. Ton vor dem Bild

    Oft beginnt ein Film mit einem Geräusch – einem Schritt, einem Atemzug, einer Stimme aus dem Off. Im Kopfhörer zieht dieses Mittel das Publikum sofort in den Raum der Geschichte.

  3. Die Figur und ihr Wunsch

    Schon zu Beginn müssen wir verstehen, wem wir folgen und was diese Person will. Ein Kurzfilm kann sich kein langes Kennenlernen leisten.

  4. Der Rhythmus der ersten Schnitte

    Der Schnitt am Anfang beschleunigt die Geschichte entweder durch häufige Wechsel der Einstellungen oder verlangsamt sie mit einer langen Einstellung. Beides funktioniert, wenn es bewusst geschieht.

  5. Ein Detail für später

    Ein guter Kurzfilm versteckt am Anfang oft einen Gegenstand, eine Geste oder einen Satz, der zum Schluss zündet. Beim zweiten Sehen macht es besonders Spaß, solche Details zu entdecken.

  6. Eine Frage an das Publikum

    Am Ende der ersten Sekunden sollte beim Publikum eine Frage entstehen: Was passiert als Nächstes, wer ist diese Person, warum ist sie hier? Genau diese Frage hält die Aufmerksamkeit bis zum Abspann.

Querformat und Hochformat

Was sich ändertQuerformatHochformat
KompositionWeite in der Breite: Zwei Gesprächspartner lassen sich bequem nebeneinander zeigen, ebenso eine Landschaft und der Raum um die Figur.Weite in der Höhe: In der Mitte steht meist eine Figur oder ein Gesicht, eine zweite Figur erscheint darüber, darunter oder durch einen Einstellungswechsel.
BewegungNatürlich wirken Gänge von links nach rechts und Schwenks entlang des Horizonts.Ausdrucksstark sind Bewegungen auf die Kamera zu und von ihr weg, Auf- und Abwärtsbewegungen, während eine seitliche Bewegung die Figur schnell aus dem Bild führt.
Text und UntertitelSchrift wird üblicherweise unten im Bild als breite Zeile platziert.Die Zeilen sind kürzer, und Text sollte Abstand zu den Rändern halten, wo ihn Bedienelemente verdecken können.
SchauenDas Handy muss gedreht werden, und der Film wird eher als eigenes Ereignis gesehen.Das Handy muss nicht gedreht werden, der Film fügt sich leicht ins gewohnte Weiterwischen ein – deshalb muss er aktiver um die Aufmerksamkeit des Publikums kämpfen.
  • Menschen

    Regie, Kamera, Ton, Schnitt, Hochformat-Serien und Festivalauswahl – die Rollen im mobilen Kino.

  • Lesepfade

    Drei Lesepfade: für Zuschauer, für angehende Filmemacher und für alle, die sich für Ton und Schnitt interessieren.

  • Geschichte

    Wie das Telefon eine Kamera bekam und dann zum Bildschirm für Filme und zum Drehwerkzeug wurde – Jahrzehnt für Jahrzehnt.

  • Veranstaltungen

    Kurzfilmfestivals, Wettbewerbe, Filmvorträge und Workshops zum mobilen Drehen – und wie Sie eine Ankündigung prüfen.

  • Beiträge

    Sechs Themen des Magazins – vom Bildschirm in der Hand bis zu den Sehgewohnheiten – und der Beitragskatalog der deutschen Ausgabe.

Quellen

  • Redaktionelle Materialien des Magazins Pqfilm
  • Nachschlagematerial zur Geschichte des Mobilfunks und des Videos (allgemeine Grundlagen)

Zur Geschichte der mobilen Aufnahme und des Videos nennen wir nur Jahrzehnte und allgemeine Angaben, ohne genaue Daten und Zahlen. Die Bedingungen von Festivals, Wettbewerben, Vorträgen und Workshops erfragen Sie bitte immer bei den Veranstaltern.